{"id":2253,"date":"2020-01-13T11:32:06","date_gmt":"2020-01-13T10:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.griffbereit-rucksack.de\/?page_id=2253"},"modified":"2023-03-18T15:01:21","modified_gmt":"2023-03-18T14:01:21","slug":"bundestransfer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.griffbereit-rucksack.de\/fa\/ueber-uns\/bundestransfer\/","title":{"rendered":"Bundestransfer"},"content":{"rendered":"<p>Die Programme <em>Griffbereit <\/em>und <em>Rucksack KiTa<\/em> sind bundes- sowie europaweit gefragte Erfolgsmodelle aus Nordrhein-Westfalen. Mit Blick auf Herausforderungen in den letzten Jahren wie Flucht und Neuzuwanderung und der damit einhergehenden stetig steigenden Nachfragen und der bereits stattgefundenen Verbreitung der Programme ist f\u00fcr den bundesweiten Transfer der Programme <em>Griffbereit<\/em> und <em>Rucksack KiTa <\/em>im Jahr 2017 ein Bundestransfer-Team &#8211; angesiedelt beim Zentrum f\u00fcr T\u00fcrkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) &#8211; etabliert worden. Die F\u00f6rderung erfolgt durch die Auridis Stiftung.<\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p>28. Juni 2022<br \/>ZfTI &#8211; Stiftung Zentrum f\u00fcr T\u00fcrkeistudien und IntegrationsforschungJRF-intern<\/p>\r\n<p><strong>JRF-Interview: Griffbereit &amp; Rucksack KiTa &#8211; Hand in Hand f\u00fcr Kinder mit Flucht- und Migrationshintergrund<\/strong><\/p>\r\n<p>Rund jede vierte Person in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Wie wichtig die Integration insbesondere gefl\u00fcchteter Familien mit Kindern ist, wird auch vor dem aktuellen Hintergrund des Krieges deutlich. Am <strong>JRF-Institut ZfTI<\/strong> &#8211; <strong>Zentrum f\u00fcr T\u00fcrkeistudien und Integrationsforschung<\/strong> wird in den Projekten <strong><em>Griffbereit<\/em> &amp; <em>Rucksack KiTa<\/em><\/strong> Sprachbildung erm\u00f6glicht und gelebt. <strong>Marc Christian Neumann, Koordinator f\u00fcr den Bundestransfer am ZfTI<\/strong>, zeigt die Relevanz der Mehrsprachigkeit auf und erkl\u00e4rt, wie die Programme ausgehend von NRW bundesweit vorangetrieben werden.<\/p>\r\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.griffbereit-rucksack.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/zfti-52-744x496.jpg\" alt=\"\" width=\"744\" height=\"496\" \/><\/p>\r\n<p>Das Bundestransferteam des ZfTI im engen Austausch zur bundesweiten Etablierung der Programme <em>Griffbereit<\/em> &amp; <em>Rucksack KiTa<\/em>.<\/p>\r\n<p><strong>Was sind \u201e<em>Griffbereit<\/em> &amp; <em>Rucksack KiTa<\/em>&#8220; genau?<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Neumann<\/strong>: Die Programme <em>Griffbereit<\/em> &amp; <em>Rucksack KiTa<\/em> regen die Eltern-Kind-Interaktion zur St\u00e4rkung von mehrsprachiger Entwicklung und Bildung an. Mit Konzepten diversit\u00e4tsbewusster Zusammenarbeit wird die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Familien und Bildungseinrichtungen gest\u00e4rkt. Dazu bedarf es auch die Unterst\u00fctzung der Familien durch geschulte Elternbegleiter*innen. Es sind Programme f\u00fcr Familien aller Sprachen. <em>Griffbereit<\/em> ist f\u00fcr Familien mit und ohne internationaler Familiengeschichte im Alter von 1-3 Jahren konzipiert. <em>Rucksack KiTa<\/em> ist f\u00fcr Familien mit internationaler Familiengeschichte im Alter von 4-6 Jahren geeignet. Sprechen Eltern sowohl in der Familiensprache als auch in der f\u00fcr sie neuen Landessprache mit ihren Kindern, wird der Spracherwerb durch sozioemotionale Entwicklung gef\u00f6rdert. Mehrsprachigkeit erm\u00f6glicht gelebte Diversit\u00e4t und f\u00f6rdert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist somit ein Bestandteil einer vielf\u00e4ltigen, toleranten und offen gestalteten Gesellschaft.<br \/>Das Ministerium f\u00fcr Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) finanziert die Programme und begleitet diese inhaltlich und fachlich. Die lokale Koordination l\u00e4uft in Kooperation mit den Kommunalen Integrationszentren. Seit 2021 \u00fcbernimmt das ZfTI den Transfer zur systematischen Verbreitung der Programme auf Bundesebene mit F\u00f6rdermitteln der <strong>Stiftung Auridis<\/strong>. Ein Hauptgrund f\u00fcr die Ansiedlung des Bundestransferteams beim ZfTI ist unsere Spezialisierung auf den Wissenschafts- und Praxistransfer zur F\u00f6rderung der Weiterentwicklung der Einwanderungsgesellschaft.<\/p>\r\n<p><strong>Auf die konkrete Situation bezogen: Angenommen, es kommt eine gefl\u00fcchtete Familie, beispielsweise aus der Ukraine, in D\u00fcsseldorf an &#8211; wie findet sie zu diesen Angeboten und welche Rolle spielt das Bundestransferteam beim ZfTI dabei?<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Neumann<\/strong>: In NRW gibt es insbesondere die KIs, die Kommunalen Integrationszentren. Dort werden durch Netzwerke mit den Elternbegleiter*innen aktiv Programme initiiert, die die aktuelle Kriegssituation sehr gut auffangen. Es gibt Gruppen, die sich auch speziell an Familien mit Ukrainisch als Familiensprache richten. Unsere <strong>Homepage von <em>Griffbereit<\/em> &amp; <em>Rucksack KiTa<\/em> <\/strong>dient ebenfalls als Schnittstelle und Austauschmedium.<br \/>Wir als Bundestransferteam am ZfTI sind daf\u00fcr da, die Programme aus NRW heraus bundesweit zu etablieren und bereits bestehende Landeskoordinierungen zu begleiten. Immer mit dem Ziel, neue Landeskoordinierungsstellen zu schaffen. Wir erm\u00f6glichen die Koordination und unterst\u00fctzen die jeweiligen Kolleg*innen bundesweit. Sprich, wir organisieren <a href=\"https:\/\/www.griffbereit-rucksack.de\/fa\/veranstaltungen\/\"><strong>wissenschaftliche und praxisnahe Fachveranstaltungen<\/strong><\/a> ganz konkret zum Thema Flucht. Wir haben u.a. in Zusammenarbeit mit dem MKJFGFI den Vortrag <a href=\"https:\/\/www.griffbereit-rucksack.de\/fa\/6117-2\/\"><strong>\u201eEs sind einfach Kinder\u2026&#8220; &#8211; Chancen und Herausforderungen der Integration von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung<\/strong> <\/a>realisieren k\u00f6nnen. Grunds\u00e4tzlich besprechen wir die Konzipierung von Veranstaltungen anhand der ermittelten Bedarfe in Teammeetings. Welche theoretischen Hintergr\u00fcnde gibt es, wo k\u00f6nnen wir ansetzen? Immer mit dem \u00fcbergeordneten Ziel: Einen bundesweiten, nachhaltigen Know-How-Transfer zu schaffen.<\/p>\r\n<p><strong>Damit die Familien am Ende bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen, arbeiten Sie in einem sechsk\u00f6pfigen Team eng zusammen. In welche Aufgabenbereiche teilen Sie sich auf?<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Neumann<\/strong>: Mein Kollege <strong>G\u00f6khan Kabaca<\/strong> ist f\u00fcr Beratung und Schulung zust\u00e4ndig. Er findet neue KooperationspartnerInnen, ber\u00e4t interessierte Einrichtungen und schult bundesweit die jeweiligen KoordinatorInnen, die ihr Wissen an die ElternbegleiterInnen weitergeben. Dar\u00fcber hinaus ist mein Kollege <strong>Safa Mazi<\/strong> f\u00fcr Daten und Qualit\u00e4tssicherung verantwortlich, das hei\u00dft, er f\u00fchrt die qualitative und quantitative Evaluation durch. Zudem vertritt er im Bereich der Koordination <strong>Pinelopi Kouloukourgiotou<\/strong>, die sich momentan in Elternzeit befindet. Meine Kollegin <strong>Ellen Brings<\/strong> hat den Hut auf f\u00fcr Materialentwicklungen. Sie \u00fcberarbeitet \u00e4ltere Materialien und bringt diese auf den neuesten p\u00e4dagogischen Stand. Au\u00dferdem entwickelt sie neue Lern- und Spielmaterialien, und sie hat immer im Blick, welche \u00dcbersetzungen gerade angefertigt werden m\u00fcssen. Ganz aktuell besteht hoher Bedarf an ukrainischen Materialien. Ich selbst bin f\u00fcr die Gesamtkoordination zust\u00e4ndig, aber auch f\u00fcr die Kommunikation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit innerhalb der Programme.<br \/>Dar\u00fcber hinaus m\u00f6chte ich <strong>Miriam Weilbrenner<\/strong> nennen, sie vertritt die Fachaufsicht f\u00fcr die Programme im MKJFGFI. Mit ihr arbeiten wir eng zusammen und treffen gemeinsame Entscheidungen, beispielsweise innerhalb der politisch-strategischen und wissenschaftlichen Kommunikation.<\/p>\r\n<p><strong>Die Programme sind gelebter Transfer von Migrations- und Integrationsforschung in den Alltag und vertreten damit das Selbstverst\u00e4ndnis der JRF. Wie sehen die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts aus?<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Neumann<\/strong>: Wir entwickeln auf die beiden Programme zugeschnittene Feedbackm\u00f6glichkeiten zur Auswertung der organisatorischen Umsetzung sowie die Erhebung der Lernfortschritte durch die bereitgestellten Lernmaterialien und gemeinsamen \u00dcbungen. Hier bildet unsere Homepage im gesch\u00fctzten Login-Bereich eine wichtige Schnittstelle. Unser Ziel ist es, dies so weit auszubauen, dass die Evaluation komplett hier\u00fcber ablaufen kann. Hier f\u00e4llt viel Arbeit an, denn allein in Duisburg gibt es rund 80 teilnehmende Einrichtungen. Eine manuelle Erfassung der R\u00fcckmeldungen der teilnehmenden Familien bzw. Einrichtungen bundesweit ist f\u00fcr die Koordinator*innen sehr zeitintensiv. Daher ist das Ziel, die R\u00fcckmeldungen so zu b\u00fcndeln, dass nur noch die \u00dcberpr\u00fcfung durch die Koordinierungsstelle ben\u00f6tigt wird.<\/p>\r\n<p><strong>Gibt es sonst etwas, das Sie an dieser Stelle gerne loswerden m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Neumann<\/strong>: Je fr\u00fcher Familien mit Migrationshintergrund erreicht werden, desto st\u00e4rker wirkt sich das unseren Erfahrungen nach auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie der Kinder aus. Das ist der Grund, warum wir alle Familiensprachen wertsch\u00e4tzen. Aktuell sind die Lernmaterialien in 30 Sprachen verf\u00fcgbar und es werden stetig mehr. Wir f\u00fchren regelm\u00e4\u00dfige Bedarfserhebungen durch, um herauszufinden, welche Sprachen noch fehlen, um sukzessive die Materialien f\u00fcr Familien und Elternbegleiter*innen zu erweitern. Es gibt darauf aufbauend ein Curriculum, das letztes Jahr ver\u00f6ffentlicht wurde. Wir entwickeln laufend neue Methodiken, um Diversit\u00e4t zu leben und am Zahn der Zeit zu sein. Wir wollen unser Sprachangebot und unsere Programmaterialen immer weiter verbessern und ausbauen.<\/p>\r\n<p>Das Interview wurde von Wiebke Schuppe (JRF) gef\u00fchrt.<\/p>\r\n<p><a href=\"https:\/\/jrf.nrw\/2022\/06\/jrf-interview-zfti\/\">https:\/\/jrf.nrw\/2022\/06\/jrf-interview-zfti\/<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\n<div class=\"entry-summary\">\nDie Programme Griffbereit und Rucksack KiTa sind bundes- sowie europaweit gefragte Erfolgsmodelle aus Nordrhein-Westfalen. 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